Kosten einer Rechtsschutzversicherung

53. Woraus ergeben sich die Beitragskosten für die Rechtsschutzversicherung?

fotolia_36348440Die Höhe der Deckungssumme ist die entscheidende Einflussgröße für die Höhe der Versicherungsprämie. Die Deckungssumme soll beim klassischen im Idealfall 2 Instanzen eines gerichtlichen Verfahrens abdecken. Wählen Sie hier einen verhältnismäßig niedrigen Betrag wie 100.000 EURO, fällt der Beitrag entsprechend niedrig aus. Im konservativen gerichtlichen Rechtsschutz hat sich eine Deckungssumme von 250.000 EURO pro Versicherungsfall bewährt.

Sie beeinflussen auch die Wahl der einzelnen Rechtsschutzbausteine die Beitragshöhe in der Rechtsschutzversicherung. Reicht Ihnen die einfache Privatrechtsschutzversicherung, fällt die Prämie geringer aus als bei einem umfassenden Rechtsschutzpaket aus Privat-, Berufs- und Mietrechtsschutzversicherung.


Schließlich entfällt auf den Beitrag eine Versicherungssteuer von zurzeit 19 %.


Anpassungen des Beitrages nach oben werden dann vorgenommen, wenn statistische Entwicklungen einen entsprechenden Anstieg der Kosten für die Rechtsschutzversicherung anzeigen, etwa weil der Versicherer verstärkt in Anspruch genommen wurde. Dieser Kostenanstieg wird in einem bestimmten Verfahren durch einen Treuhänder festgestellt.

54. Sind die Beiträge für die Rechtsschutzversicherung monatlich, vierteljährlich oder jährlich zu zahlen?

Grundsätzlich kann der Zahlungsrhythmus für Versicherungen im Versicherungsvertrag vereinbart werden. Typischerweise gehen die meisten Rechtsschutzversicherung von einem Zahlungstermin einmal jährlich aus, besonders wenn es sich um Versicherung in nur einer Sparte mit einem relativ kleinen Beitrag handelt.

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55. Welcher Zahlungsrhythmus ist günstiger für Sie?

fotolia_50570926Am günstigsten ist die Zahlweise einmal jährlich, der Beitrag erhöht sich relativ zu Anzahl der Zahlungszeitpunkte. Am meisten zahlen Sie bei monatlicher Zahlweise. Die Versicherungsperiode hängt ebenfalls vom Zahlungsrhythmus ab.

56. Wie sind die Beiträge zur Rechtsschutzversicherung zu entrichten?

Regelmäßig sind die Beiträge unbar per Überweisung auf das Konto des Rechtsschutzversicherers oder im Rahmen einer dem Versicherer erteilten Einzugsermächtigung zu entrichten. Wichtig ist dabei, dass die Beiträge pünktlich gezahlt werden. Eine verspätete Zahlung kann besonders beim ersten Beitrag Folgen haben: Wird der Beitrag nicht innerhalb von zwei Wochen nach Vertragsschluss gezahlt, beginnt der Versicherungsschutz erst mit dem Zeitpunkt der Zahlung. Unter Umständen kann der Versicherer in solchen Fällen auch vom Vertrag zurücktreten.

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57. Können Sie die Beiträge zur Rechtsschutzversicherung steuerlich absetzen?

Das kommt darauf an.

Für die private Rechtsschutzversicherung gilt:

Als Sachversicherungen werden Rechtsschutzversicherungen nicht als Vorsorgeaufwendungen anerkannt. Sie können daher nicht im Rahmen der Sonderausgaben abgesetzt werden wie das etwa für Lebensversicherungen gilt. Allerdings können Sie die Beiträge für eine Arbeitsrechtsschutzversicherung, die dem Schutz Ihres Arbeitsplatzes dient, als Werbungskosten absetzen.
Wer einen Arbeitsrechtsschutz in Verbindung mit seiner Privatrechtsschutzversicherung abgeschlossen hat, kann die Prämie für die Police nur anteilig absetzen. Regelmäßig erkennt das Finanzamt in diesem Fall 50 Prozent der Beitragszahlung im Rahmen der Werbungskosten an.
Im Falle einer Kombi-Rechtsschutzversicherung, die verschiedene Rechtsschutzthemen abdeckt, lassen Sie sich idealerweise vom Versicherer einen Beleg über die Kosten für das Modul Arbeitsrechtsschutz ausstellen. Diese Kosten können Sie dann absetzen.
Beim Firmenrechtsschutz gilt: Regelmäßig sind diese Prämien Betriebsausgaben des Unternehmers und können vollumfänglich steuerlich abgesetzt werden.
Allerdings müssen Sie als Unternehmer aufpassen, wenn Sie ein kombiniertes Paket Rechtsschutz versichert haben, das gegebenenfalls auch ein privates Risiko mitversichert. Hier müssen Sie dann möglicherweise einen privaten Anteil abziehen. Diese Thematik ist bei Außenprüfungen des Finanzamts ein sehr beliebtes Thema und sollte entsprechend sorgfältig behandelt werden.

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58. Enthalten die Versicherungsbeiträge einen Steueranteil?

Die Rechtsschutzversicherung ist eine Sachversicherung und unterliegt folglich einem Steuersatz von zurzeit 19 Prozent. Der Steueranteil auf die Rechtsschutzversicherung wird von den Bundesländern auf die zu zahlenden Versicherungsbeiträge erhoben, obwohl es sich um eine Bundessteuer handelt. Die erhobene Versicherungssteuer wird von den Rechtsschutzversicherern für den Versicherungsnehmer direkt abgeführt. Der Steuersatz wird in den Beitragsabrechnungen ausgewiesen.

59. An welcher Stelle in der Steuererklärung werden Rechtsschutzversicherungen berücksichtigt?

figur mit sparscheinDen privaten Arbeitsrechtsschutz geben Sie in der Anlage N an, Selbstständige stellen die Beiträge für die Firmenrechtsschutzversicherung in die Betriebsausgaben ein. Diese werden im Jahresabschluss oder in der Einnahme-Überschuss-Rechnung berücksichtigt.

60. Wie werden Rechtsschutzversicherungen in der Buchhaltung verbucht?

haken3 Voraussetzung für eine Verbuchung im Rahmen der Betriebsausgaben ist, dass der Versicherungsbeitrag für die Rechtsschutzversicherung zu 100 % betrieblich veranlasst ist.

haken3 Wird privater Rechtsschutz von einem Betriebskonto bezahlt, kann es sich um eine Privatentnahme handeln.

haken3 Die reguläre Verbuchung als betriebliche Ausgabe erfolgt je nach verwendetem Kontorahmen über unterschiedliche Konten: Beim Kontenrahmen SKR3 werden üblicherweise die Konten 4360 (Versicherungen) und 1200 (Bank) belegt, bei SKR4 sind es 6400 und 1800. Beachten Sie bitte, dass der Versicherungsbeitrag einschließlich der Versicherungssteuer zu verbuchen ist. Die Versicherungssteuer ist nicht etwa als Mehrwertsteuer abziehbar, auch wenn die Umsatzsteuer zufällig ebenfalls 19 % beträgt. Hier darf keine Verwechslung auftreten.

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61. Können Sie Zahlung der Beiträge in der Rechtsschutzversicherung aussetzen?

Wer gerade einen finanziellen Engpass zu bewältigen hat, möchte unter Umständen seine Beiträge zu seiner Rechtsschutzversicherung aussetzen. Rechtsschutzversicherte haben keinen rechtlichen Anspruch darauf, ohne eine entsprechende Vereinbarung mit dem Versicherer, Beiträge der Rechtsschutzversicherung freizustellen, also die Zahlung auszusetzen. Vielmehr ist es eine Ermessensentscheidung des Versicherers, dem Aussetzen zuzustimmen. Lehnt das Versicherungsunternehmen ab, besteht für den Versicherungsnehmer im Übrigen kein Sonderkündigungsrecht.

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Wer also fällige Versicherungsprämien nicht zahlen kann, sollte sich mit seiner Versicherung sofort in Verbindung setzen, um Lösungsmöglichkeiten zu besprechen. Das direkte Gespräch mit dem persönlichen Ansprechpartner bei der Versicherung ist dabei die beste Möglichkeit, eine Aussetzung von Beiträgen zu erreichen.

Es ist zu empfehlen, sich die Zusage für eine Aussetzung der Beiträge schriftlich erteilen zu lassen. Das Schriftstück sollte von dem zuständigen Mitarbeiter der Versicherung unterzeichnet werden und den Freistellungszeitraum genau festlegen. Beachten sollten Sie, dass in der Zeit der Zahlungsfreistellung auch der Rechtsschutz ausgesetzt ist, Sie haben also keinen Versicherungsschutz, wenn Sie keine Beiträge zahlen.

Die meisten Versicherer stimmen Zahlungspausen speziell bei Arbeitslosigkeit für einen bestimmten Zeitraum zu. Auch die Muster ARB 2012 sehen diese Möglichkeit im Anhang vor.

Setzen Sie die Zahlung nach Möglichkeit nicht ohne das Einverständnis des Versicherungsunternehmens aus. Sie riskieren sonst, dass Ihnen die Rechtsschutzversicherung nach Setzen einer Nachfrist und deren fruchtlosen Ablauf den Versicherungsvertrag kündigt. Sie kann die weiteren Versicherungsprämien bis zum Ende der regulären Laufzeit Ihres Vertrages von Ihnen einfordern und wird das im Normalfall auch tun, nötigenfalls klageweise.

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